4 Fragen an…

Alexander C. Schmidt zu Kneipps Nachhaltigkeitsambitionen

Mit der Serie "4 Fragen an..." stellen wir verschiedene Kollegen vor, die unsere Nachhaltigkeitsambitionen mit Leben füllen. Heute: Alexander C. Schmidt, Managing Director Kneipp-Gruppe.

Wie ist Nachhaltigkeit bei Kneipp verankert?

Alexander C. Schmidt stellt sich den Fragen zu den Nachhaltigkeitsambitionen bei der Kneipp-Gruppe.
Alexander C. Schmidt gibt Antworten

Nachhaltigkeit ist bei Kneipp in der DNA. Schon unser Gründer Sebastian Kneipp sagte: „Alles, was wir brauchen, um gesund zu bleiben, hat uns die Natur reichlich geschenkt.“ Gleichzeitig wissen wir, wie wichtig Kneipp die Themen ‘Lebensordnung’ und Balance waren. Entsprechend ist es unser Anspruch als Unternehmen mit seinem Namen, das Gleichgewicht der Natur zu achten und eine nachhaltige Unternehmensstrategie zu verfolgen. Nachhaltigkeit ist mehr als Projektarbeit, sie beschreibt die Art, wie wir unser unternehmerisches Wirken täglich gestalten. So haben wir schon 2006 das Umweltmanagementsystem für alle Kneipp Produktionsstandorte nach ISO 14001 zertifizieren lassen, bereits seit 2010 gestaltet eine abteilungsübergreifende Taskforce unseren Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit in allen Unternehmensprozessen. Für unser jahrzehntelanges Engagement in Sachen Nachhaltigkeit wurden wir bereits zum fünften Mal als „Green Brand“ ausgezeichnet. Und auch die Bewertung des international renommierten Anbieters für Nachhaltigkeitsbewertungen EcoVadis kam zu einem großartigen Ergebnis: Wir wurden mit der Platinum-Medaille ausgezeichnet und sind unter dem besten 1 Prozent aller bewerteten Unternehmen. Für uns sind diese Auszeichnungen Anerkennung und Auftrag zugleich. Denn Stillstand ist in Sachen Nachhaltigkeit keine Option.

Was sind aktuell eure wesentlichen Herausforderungen und Chancen im Bereich Nachhaltigkeit?

Die Herausforderungen liegen ganz eindeutig auf der Beschaffungsseite, und das nicht erst mit den aktuellen weltpolitischen Entwicklungen. Nachhaltige Materialien bedeuten nahezu immer einen finanziellen Invest, insbesondere wenn wir sie in einer Vorreiterrolle für unsere Produkte und Verpackungen neu in den Markt bringen, wie beispielsweise die Paper-Blend-Kappen unserer Lippenpflege. Gleichzeitig bieten diese Herausforderungen immenses Innovationspotenzial und die Chance für neue Partnerschaften – zwischen uns als etabliertem Unternehmen und agilen Start-ups, deren Ideen durch uns den nötigen Schub erhalten.

Herausforderungen und Krisensituationen sind immer auch Motor für Weiterentwicklung. Ganz konkret erleben wir das aktuell im Rahmen unseres Standortprojekts zur Erweiterung unserer Produktionsflächen. Wir arbeiten mit Hochdruck an der lokalen CO2-Neutralität. Die jetzige Krisensituation hat diesen Prozess weiter beschleunigt.

Ihr macht bereits viele Projekte: könntest Du aber ein konkretes, aktuelles Nachhaltigkeitsprojekt erläutern?

Wir haben uns selbst ein äußerst ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2025 sollen unsere Verpackungen ohne Plastik auskommen. Allerdings gibt es bislang nicht die eine, etablierte Alternative zu Plastik. Wir sind also gefordert, für all unsere Produkte das jeweils passende, nachhaltige und den regulatorischen und qualitativen Anforderungen genügende Material zu finden. Eines dieser Materialien wird das sogenannte ‘forewood’ sein. Dieses wurde vom Waiblinger Start-up Rezemo entwickelt und bislang nur für Kaffeekapseln eingesetzt. Es besteht aus Holzfasern, die bei der Holzverarbeitung als Abfall- bzw. Nebenprodukte anfallen, beispielsweise klassische Sägespäne, sowie Bindemittel aus Pflanzenstärke. Damit basiert das Material zu 100% auf nachwachsenden Rohstoffen. Unser Team im Packmittelmanagement arbeitet aktuell daran, das Material für Teile unserer Verpackungen nutzbar zu machen – zunächst für die Deckel unserer Tiegel.

Welche sind eure nächsten Schritte?

Wir arbeiten intensiv daran, unsere Nachhaltigkeitsstrategie noch breiter aufzustellen und haben Ziellinien und Maßnahmen rund um vier Handlungsfelder definiert: Process, Product, Planet und People. So wollen wir beispielsweise bis 2030 CO2-neutral in Scope 1 und 2 sein – und zwar ohne Kompensation durch Zertifikate. Für unsere Produkte haben wir uns neben den bereits bestehenden Zielen rund um unsere Verpackungen verstärkt den Inhaltsstoffen gewidmet. Wir werden den Anteil an Rohstoffen aus biologischer Landwirtschaft erhöhen und die Zusammenarbeit mit Ecovadis-zertifizierten Zulieferern forcieren. Diese Vorhaben stehen exemplarisch für ein breites Nachhaltigkeitsengagement, das uns den Weg für die kommenden Jahre weist. Auf diesem Weg stehen wir in engem Austausch mit allen Divisionen und dem Corporate Sustainability Team bei HARTMANN.

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