DESINFACTS | Ausgabe 2/2024

STUDIEN PRAXIS Eine neue Studie unter Beteiligung des HARTMANN SCIENCE CENTERs – durchgeführt in einem unabhängigen akkreditierten Prüflabor – zeigt, dass zwei Hände-Desinfektionsmittel aus dem Sortiment die Anforderungen an die bakterizide Wirksamkeit der hygienischen Händedesinfektion gemäß Wirksamkeitsanforderungen der Prüfnorm EN 1500 mit einer Einwirkzeit von 15 Sekunden erfüllen [1]. Die EN 1500 [2] sieht derzeit keine Prüfung in unter 30 Sekunden vor. Deshalb beträgt die vom Hersteller deklarierte Mindesteinwirkzeit 30 Sekunden, die jedoch im klinischen Alltag nicht immer eingehalten wird. Die beiden Produkte – eines ethanolisch, eines propanolisch – wurden bei einer Einreibezeit von 15 Sekunden mit zwei verschiedenen Einreibetechniken und Volumina gegen die unveränderte Referenz verglichen. Das Ergebnis: Beide Produkte waren mit beiden Techniken der Referenz nicht unterlegen und erfüllen damit die Wirksamkeitsanforderungen der EN 1500 bereits nach 15 Sekunden [1]. Quellen 1. Mönch E et al. (2024) GMS Hyg Infect Control 19: 1–6. https://doi.org/10.3205/dgkh000496 2. DIN EN 1500-2013: Chemical disinfectants and antiseptics - Hygienic handrub - Test method and requirements (phase 2/step 2). 2013.blob=publicationFile (aufgerufen am 25.03.2024) EN 1500 in 15 Sekunden? Ausgewählte Hände-Desinfektionsmittel erfüllen die Anforderungen Nachdem das Händehygiene-Monitoring System NosoEx® seit zwei Jahren erfolgreich in Deutschland von HARTMANN vertrieben wird, begannen dieses Jahr die ersten Pilotprojekte im EU-Ausland. Eines von zwei Pilotprojekten in Ungarn findet dabei auf der Neugeborenen-Intensivstation der Semmelweis-Universität in Budapest statt. Um die Zahl nosokomialer Infektionen in seiner Abteilung zu senken, wollte Chefarzt Dr. Csaba Nádor einen neuen, innovativen Ansatz nutzen, um sowohl besser zu verstehen wie gut die Händehygiene aktuell ist als auch um Impulse für eine Verbesserung zu setzen. Im Rahmen des 6-monatigen Projektes wurden alle Desinfektionsmittel-Spender mit NosoEx® Sensoren ausgestattet, um alle Händedesinfektionen zu erfassen und automatisch auszuwerten. Zusätzlich wurden Stationspersonal und Eltern mit Transpondern ausgestattet, um das Händehygieneverhalten der einzelnen Gruppen genau zu verstehen und diese an die regelmäßige Händedesinfektion zu erinnern. Um Gewohnheiten, Kenntnisse, Motivationen und Ängste in Bezug auf die Händedesinfektion und das elektronische Monitoring zu untersuchen, wurden im Vorfeld Fragebögen an das Personal ausgeteilt. Dies wird gegen Projektende wiederholt, um zu erkennen, wie sich das Pilotprojekt ausgewirkt hat. Erste Erfolge zeigen sich bereits darin, dass mehr Händedesinfektionen durchgeführt werden als vorher. Im nächsten Schritt soll die Gewohnheit etabliert werden, eine ausreichende Menge Hände-Desinfektionsmittel zu verwenden. Die Ergebnisse des Interventionsprozesses werden abschließend veröffentlicht. Auch im Notfallzentrum der Medizinischen Universität in Pécs wird das NosoEx®-System bereits verwendet. Für diesen Standort wird ebenfalls in Kürze ein strukturiertes Interventionsprogramm entwickelt. Elektronisches Händehygiene-Monitoring in Ungarn Status der NosoEx®-Installationen in Budapest und Pécs Alltag auf der Neugeborenen-Intensivstation 15 Sek. 15 Sek. 3 / 5 mL Mehr dazu erfahren? Lesen Sie den Website-Artikel unter https://www.hartmann-science-center. com/de-de/hygienewissen/händehygiene/ händedesinfektion/publication-en1500-in15-seconds Chefarzt Dr. Csaba Nádor (links), Sales Manager HARTMANN Ungarn Aliz Benkó (rechts), Team Neugeborenen-Intensivstation (Hintergrund) im Hörsaal 19

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